Gelber Sack Foto-Doku – Welcher Müll bei mir in einem Monat anfällt

So… lange hats gedauert. Heute kann ich euch endlich meine komplette Gelber-Sack-Bilanz für den Monat Mai präsentieren!

Welcher Müll fällt in meinem Haushalt eigentlich Tag für Tag an? Ich habe meinen Abfall für den gelben Sack am Ende jeden Tages fotografiert und es ist noch mehr Müll übrig geblieben als ich erwartet habe. Einmal war sogar eine riesige Plastikfolie dabei. Neue Matratzen sind ja leider auch mit Plastik umhüllt…

Wie sieht es bei euch aus? Macht doch auch mal das Experiment z.B. mit nur einer Woche. Es hilft dir, zu erkennen, was du nicht mehr haben oder ersetzen möchtest, also perfekt für Zero-Waste-Einstieger!

 

Das Experiment gelber Sack

Die Idee kam von der Facebookseite „Das Experiment gelber Sack“, die jeden Monat Mitstreiter für ihr „Experiment“ sucht. Dieses besteht darin, seinen Abfall für den gelben Sack jeden Tag zu fotografieren und auf die Seite hochzuladen. Dort kann man sich dann in der Gruppe mit anderen zu Alternativen austauschen oder sich nachhaltige Tipps von anderen einholen. Am aller wichtigsten ist aber meiner Meinung nach der Effekt, dass man seine Hinterlassenschaften einmal anschaut, bevor man diese ungeachtet im Eimer versenkt, wo sie höchstens beim Müllrausbringen nochmal für einen Sekundenbruchteil ins Auge fallen. Ich habe mitgemacht und zeige euch nun alle meine Fotos im Monat Mai in einer Zusammenfassung.

Wer meine letzten Beiträge der „Gelber Sack-Story“ noch nicht gelesen hat, kann hier klicken!

 

Mein Abfall für den gelben Sack im Mai

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Das Interview

DEgS.:

Liebe Julia, ich freue mich sehr, dass du beim Experiment gelber Sack mitgemacht hast. Deine 4 Wochen sind nun vorüber. Was war deine Motivation an diesem Experiment teilzunehmen?

Julia:

Da ich seit Anfang des Jahres immer mehr Zero Waste in meinen Alltag bringe, wollte ich einmal wissen, wo ich tatsächlich mit meiner Müll-Bilanz stehe. Letztendlich ist mehr (Plastik)müll angefallen, als ich erwartet hätte.

DEgS.:

Hast du eine Ahnung, wie hoch das Aufkommen an Plastikmüll in deinem Alltag vor deinem 4-Wochen-Experiment war und ob es sich (um wie viel) verändert hat?

Julia:

Da ich bereits in der Umstellung auf weniger Müll bin, war das Aufkommen zuvor schon deutlich geringer als in anderen Durchschnittshaushalten.

Mein Umgang mit Müll hat sich aber insofern zum Besseren geändert, dass ich jetzt weiß, wo ich als nächstes ansetzen muss. Das war mir vorher nicht so klar wie jetzt. Die Reduktion von Müll im Alltag kann man jedoch nur schrittweise umsetzen, sonst sähe meine Wohnung, auch jetzt noch, ziemlich leer aus.

Durch das Experiment wurde ich aber auch angespornt, einen Ersatz zu meiner Lieblingsbrotzeit „Camembert“ in Verbundfolie zu finden. Siehe da! An der Metzgertheke haben sie sowas auch.

DEgS.:

Welche Gewohnheiten in deinem Alltag konntest du identifizieren, bei denen Plastikmüll (am häufigsten) anfällt? Gewohnheiten, die dich davon abhalten, Plastikmüll zu vermeiden?

Julia:

Das Zeitungaustragen. Das machen mein Freund und ich jede Woche und da fallen immer diese Plastikumschnürungen der Zeitungspakete an. Ich habe auch schon überlegt… Wenn ich aber jetzt sagen würde, ich lasse es mit dem Austragen, hätte sich an der Gesamtbilanz nichts verbessert. Vielleicht frage ich wirklich mal nach, ob die nicht Paketschnur nehmen könnten. Wäre vielleicht eine Lösung. Vorschlagen kann mans ja mal. 🙂

DEgS.:

Gibt es Produkte, bei denen du einen Weg gefunden hast, Plastikverpackung zu vermeiden? Wenn ja, welche sind das?

Julia:

Seife – aus Internet oder Laden in der Nähe

Shampoo – Shampooseife aus Internet

Haarspülung – Essigrinse selbstgemacht

Gewürze – Unverpacktladen

Erbsen – Unverpacktladen

Backartikel wie Natron etc. – auf Internet oder Apotheke in der Nähe

Champignons – Hofladen in der Nähe

Kartoffeln – lose aus Supermarkt mit eigenem Stoffbeutel

Nüsse – Unverpacktladen

Obst und Gemüse – lose aus Supermarkt mit eigenem Stoffbeutel

Jogurt – im Pfandglas aus Supermarkt

Sahne – im Pfandglas aus Supermarkt

Frischkäse – selbstgemacht aus Jogurt im Pfandglas

Butter – selbstgemacht aus Sahne im Pfandglas

uvm.

Gerade die Butter und den Frischkäse mache ich erst seit Kurzem selbst. Hierzu hat mich auch dieses Experiment bewegt.

DEgS.:

Gibt es etwas in Plastikverpackung, bei dem du im Moment sagst, dass du nicht darauf verzichten kannst/willst? Wenn ja, was ist es?

Julia:

Meine Kontaktlinsen und die Konkaktlinsenlösung, da ich diese einfach total praktisch finde und auch optisch an mir schöner. Zum Glück fällt dieser Abfall nur selten an (nach 1-2 Monaten 2 kleine Linsen und eine Plastik-Verbundverpackung; die Lösung hält ca. ein halbes Jahr). Ich habe auch bereits eine Kontaktlinsenlösung selbst gemischt (eine 9%ige Kochsalzlösung) und habe wirklich auf eine sterile Arbeitsweise geachtet. Nachdem ich aber dann einen Tag lang auf der Arbeit diese in meine Lösung getränkten Linsen getragen habe und meine Augen ganz komisch gedrückt haben, habe ich das ganze doch wieder weggekippt. Sicher ist sicher – da bleibe ich dann doch beim Medizinprodukt. Augen hat man schließlich nur zwei.

DEgS.:

Kannst du abschließend sagen, dass dir das Experiment weitergeholfen hat? Und wenn ja, wie?

Julia:

Ja, es hat mir gezeigt, dass eben trotz aller Bemühungen noch Verbesserungspotential das ist. Das freut mich sogar! Manchmal kommt man nämlich einfach nicht auf den Trichter, was man nun noch nachhaltiger ersetzen könnte. So wird einem jeden Tag vor Augen geführt, wo man als nächstes ansetzen muss.

DEgS.:

Was möchtest du anderen Lesern noch mit auf den Weg geben?

Julia: Ob ihr nun bereits Plastikvermeider seid oder nicht – ihr geht danach noch bewusster einkaufen! Bei diesem Experiment werden die Sachen angeschaut, die sonst keiner sehen will. Großes Lob an diese Aktion! Macht mit! Es lohnt sich! 😉

DEgS.: Vielen lieben Dank, Julia!

©Das Experiment gelber Sack.

https://www.facebook.com/DasExperimentGelberSack

 

Julia von O-Müll

Ich, Jahrgang 1997, gelernte §§-Tante im Büro und stolzes Landei möchte die Welt endlich ein kleines bisschen besser machen... mit dem Ziel, Fußspuren nicht zu verwischen, sondern weniger zu hinterlassen.

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