Lieblings-Kaffee ohne Müll mit meiner French Press

Heute will ich euch mal meine tolle Kaffeeausstattung zeigen und wie ich dazu kam. Diese besteht aktuell aus einer Dose mit ganzen Kaffeebohnen, einer manuellen Kaffeemühle sowie einer French Press, auch Stempelkanne genannt. Und diese Ausstattung ist inklusive Kaffee mit Sicherheit günstiger als die meisten Kaffeemaschinen, seht selbst!

PS: Meinen ersten Artikel hat es leider zu drei Vierteln gelöscht. Deshalb habe ich ihn für euch neu formuliert. 😉

Eine Alternative musste her

Noch bis vor einigen Wochen zierten eine Pad- sowie ab und zu auch eine von meinen Eltern ausrangierte Filtermaschine meine Küchenzeile. Die Padmaschine wollte ich sowieso loswerden, da sie nurnoch lauwarmen und sehr dünnen Kaffee produzierte. Diesen konnte man zwar mit viel Milch trinken, aber für mich war es kein richtiger Genuss. Damit vielleicht noch irgendwer Verwendung mit ihr finden hätte können, habe ich die Maschine mit allen genannten Macken lange Zeit als „zu verschenken“ im Internet angeboten. Mehrere Interessenten meldeten sich und wollten diese abholen, aber kamen jedes mal nicht. Also landete sie eben doch auf dem Recyclinghof.

Nun hatte ich noch die Filtermaschine. Da gab es das Problem mit den Papierfiltern, die jedes mal als Müll anfielen. Ich wollte mir schon einen Dauerfilter anschaffen, da stieß ich in einer Zero-Waste-Facebookgruppe auf den Begriff „Stempelkanne“. Hm… nochnie gehört. Aber ich wollte wissen, was dieses tolle Teil, denn war, recherchierte ein bisschen rum und stellte fest, dass diese die absolut müllfreie Lösung darstellen würde.

Mein erster Versuch – Kaffeepulver unverpackt aus dem Kaffeeladen

Ich besaß zwar noch keine Stempelkanne und brühte mir deshalb zuhause noch keinen Kaffee, jedoch war der Kaffeebestand in meinem dienstlichen Büro, das ich mit einer Hand voll Kollegen teilte, bereits kritisch und es musste dringend Nachschub her. Also packte ich frühs am nächsten Tag eine leere Dose ein und lief in der Mittagspause beim Tchibo-Laden in der Stadt vorbei. Ich hatte zwar keine Ahnung, ob ich dort tatsächlich losen Kaffee in meine Dose bekommen konnte, doch ich war sehr optimistisch, nicht mit leerer Dose wieder herauszukommen.

Ich betrat den Laden und erblickte eine Regale einräumende Mitarbeiterin. Die Konversation lief ungefähr so ab: „Hallo, eine Frage… Gibt es bei Ihnen losen Kaffee zum Abfüllen?“ – „Nein, aber in der Bäckerei nebenan bekommen sie frischen Cappuccino.“ – „Nein, ich meine KaffeePULVER lose, das ich gerne in meine Dose abfüllen lassen würde.“ Etwas verwirrt ging die Dame Richtung Kaffeetheke und blickte nur kurz aus dem Augenwinkel auf meinen mitgebrachten Behälter. „Mhhmm. Schwierig. Aber ich kann es Ihnen in diese Tüte hier abfüllen.“ – „Nein, nein, genau das möchte ich ja vermeiden. Können Sie mir es nicht hier rein füllen?“ Etwas mürrisch nahm sie meine Dose und setzte diese unser die Kaffeemühle. „So, welchen Kaffee möchten Sie denn?“ Ich wählte die Sorte, die am interessantesten aussah und teils sehr dunkle und teils normal-braune Bohnen enthielt und davon 250g. Die Dame schüttete die Bohnen ins Mahlwerk und „brrrrgrrrrr“ die Bohnen wurden gemahlen. Ein Erfolgsgefühl stieg in mir hoch. Der Kaffee war bereits abgefüllt, doch fuchtelte die Dame irgendwie nervös um die Dose herum. „Sehen Sie. Das nächste mal nehmen Sie den Kaffee besser in der Tüte. Die Dose zieht den Kaffee statisch an. So geht alles daneben.“ Zwar konnte ich aus meinen gefühlten 30cm Entfernung keinen wirklich relevanten Kaffebröseldreck entdecken, aber gut. Ich bezahlte, verließ den Laden und hatte KAFFEE gekauft!  Juhu!! 🙂

Meine neue Kaffeeausstattung

Bald danach recherchierte ich, wo man diese French Press-Kannen bekommen konnte. Bei Tchibo konnte man online Kannen bestellen. Auch Kaffeemühlen gab es dort. Diese könnten eventuell zur Lösung meines „Kaffeeproblems“ beitragen und zwar könnte ich dann ganze Bohnen kaufen. Diese müsste nicht extra vorher gemahlen werden und könnten bröselfrei in meine Dose gegeben werden. Genial! und Mahlfrischen Kaffee hätte ich noch dazu! Die Auswahl im Internet war verlockend. Da man jedoch immer die versandfreien regionalen Produkte aus dem Laden bevorzugen sollte, entschied ich letztendlich, erst einmal im Tchibo-Geschäft in der Nähe zu schauen.

Wenige Tage später machte ich in meiner Mittagspause wieder einen Abstecher zum Tchibo-Laden. Hach… wie gut es doch dort immer nach Kaffee riecht! (Zwar haben sie einmal im Fernsehen berichtet, dass dies alles künstliche Duftstoffe sein sollen, die in jedem Laden den gleichen Duft erzeugen, aber es riecht schon verlockend. ;)) Streng fixiert auf Kannen – denn, ich hatte nicht vor andere unnütze Dinge mitzunehmen, die es im Tchibo ja leider reichlich gibt – durchsuchte mein Blick die Regale und fand nach einer ganzen Runde Sucherei am Ausgangspunkt sein Ziel, direkt neben dem Eingang. Eine schöne schlichte French Press (Stempelkanne) mit Glaskorpus in einer Metallhalterung. Zwar sind Deckel und Griff auf Kunststoff, aber solange der heiße Kaffee nicht im Plastik ziehen muss, gehe ich den Kompromiss ein. Diese beschlagnahmte ich sofort für mich.

Was mir jetzt noch fehlte, war eine Kaffeemühle. Hmm, ein Kaffeeladen ohne Kaffemühlen? Ich fragte nach. Dieses mal war eine andere nette Mitarbeiterin im Laden. „Haben Sie Kaffeemühlen zum mit der Hand mahlen?“ – „Ja, im Lager haben wir welche.“ – „So eine würde ich gerne nehmen.“ Die Dame holte eine schlanke Kaffemühle aus Metall mit einzelnen Kunststoffelementen her, die aber alle sehr solide verarbeitet aussahen. Ich wollte ohnehin keine elektrische Mühle, einfach aus Prinzip, dass das genauso mit einer Handmühle gehen würde. Mein Entschluss stand fest. Promt erstand ich eine Stempelkanne und eine Kaffeemühle für gute 30 Euro. Ein guter Preis für augenscheinlich gute Ware. Ein paar Minuten später verließ ich den Laden und war happy. Was ich dabei vergaß waren die Kaffeebohnen.

Mein zweiter Versuch – Kaffebohnen unverpackt aus dem Kaffeeladen

Also ging ich wenige Tage später ein weiteres mal in den Laden, um wieder meine Dose füllen zu lassen. Es war die Mitarbeiterin von neulich mit dem gemahlenen Kaffee. Sie blickte etwas skeptisch auf meine Dose. „Hallo! Ich hätte gern Kaffee in meine Dose, aber diesmal in ganzen Bohnen.“ Ich glaube die Dame war sichtlich erleichtert. Natürlich wollte ich weder sie noch mich unnötig jedes mal in Stress versetzen, wenn ich mal wieder Kaffee kaufte und deshalb nahm ich nurnoch ganze Bohnen.

Mein Fazit

Ich bin echt zufrieden! Frischer gehts kaum und die beiden Kaffeebereiter leisten auch nach Wochen noch gute Dienste! I love my french press…

Und auch das Mahlen für eine Tasse geht superleicht. Während das Wasser ca. einen halben Liter Wasser kocht, drehe ich die Kurbel 40 mal im Kreis und erhalte genau die Menge Pulver für eine Tasse. Das mag sich jetzt aufwendig anhören, dauert aber nur ca. eine halbe Minute. Ich gebe dieses in die French Press, warte 4 Minuten und drücke den Kaffeesatz herunter. Bester Kaffee!! Ich kann beide Dinge nur empfehlen!

PS: …bis auf den Kunststoffeinsatz, der bei meiner Kanne bereits vor der ersten Nutzung beim Einrasten zerbrochen ist; den aber sowieso keiner braucht.

 

Kaffee kochen ohne Kaffeemühle oder French Press

Geht auch! Dazu mahlst du zuerst die Kaffeebohnen mit einer Mühle oder kaufst sie bereits gemahlen. Danach gibst du 1-2 TL Kaffepulver in eine Tasse, gibst kochendes Wasser hinzu, rühst um (sodass kein Pulver mehr an der Oberfläche schwimmt) und nach 4 Minuten ist der Kaffee fertig!

Nur nicht zu hastig leertrinken. Der Kaffeesatz darf ruhig in der Tasse bleiben! 😉

 

Julia von O-Müll

Ich, Jahrgang 1997, gelernte §§-Tante im Büro und stolzes Landei möchte die Welt endlich ein kleines bisschen besser machen... mit dem Ziel, Fußspuren nicht zu verwischen, sondern weniger zu hinterlassen.

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