Zero-Waste mit Haustier – unser Kaninchen

Wir haben ein Zwergkaninchen in unserer Wohnung – unser Cappuccino. Da ich im Internet noch nichts zu dem Thema „Zero Waste mit Haustier“ gelesen habe, dachte ich, ich erzähle mal, wie unser Kaninchen so müllsparend lebt.

 

Grundausstattung für eine Kaninchenhaltung

  • Streu, um Kot und Urin aufzunehnen
  • Trockenfutter und/oder Heu als Grundfutter
  • Obst und Gemüse
  • Holz, Äste etc. zum Knabbern
  • Gehege
  • Transportbox

 

Fütterung

Bis vor Kurzem hat unser Kaninchen hauptsächlich Trockenfutter gefressen. Wobei er doch auch immer Heu angeboten bekommen hat. – Dieses bekomme ich auch von dem selben Freund, der hin und wieder privat Heu macht und mir dieses säckeweise liefert. –

Tipp: Man kann im Sommer auch einfach mal Gras zu einem Grashaufen zusammensammeln und dieses einen Tag lang in der Sonne trocknen lassen. Dieses Heu lässt sich getrocknet lange lagern, ist kostenlos und verpackungsfrei.

Damals stand ihm Heu zwar ständig zur Verfügung, doch da hat ihm das Trockenfutter wohl trotzdem besser geschmeckt. Wir haben uns nichts weiter dabei gedacht. Plötzlich wurde es krank. Es lag total schlapp im Stall, hat nichts gefressen und keine Köttel gemacht. Der Tierarzt hat uns inständig darauf hingewiesen, dass unser Cino mehr Heu und weniger Trockenfutter fressen muss. Nach einem ganzen Wochenende Kaninchenpäppeln hat er dann Montagmittag endlich wieder geköttelt. Jetzt bieten wir ihm von Grund auf nurnoch eine begrenzte Menge Trockenfutter, sodass er notgedrungen Heu fressen muss. Außerdem bekommt er das Grünzeug, das vom Karottenbund abfällt und auch mal eine ganze Karotte oder ein Stück Apfel.

Tipp: Ich teile den Apfel mit einem Apfelteiler und gebe den „Apfelbutzen“ aus der Mitte des Teilers, welcher sowieso übrig bliebe, dem Kaninchen. Das frisst meist alles außer die Kerne.

Zum Anknabbern für den Abrieb der Zähne bietet man am besten Äste z.B aus einem nahen Wald oder dem eigenen Garten, oder ein Stück Holz an. Auch Blätter frisst das Kaninchen gerne. Das bekommt man alles müllfrei und kostenlos!

Tipp: Meine bisherigen Kaninchen (ja, ich hatte schon einige) haben immer gerne Äste und Blätter von Kirschbaum, Weide und Birke geknabbert.

 

Einstreu

Unser Streu besteht aus reinen Holzspänen. Diese bekomme ich in großen Säcken als Jahresvorrat vom Vater eines Freundes, der in einer Schreinerei arbeitet. Dort fallen immer massenweise diese Späne an. So müssen nicht extra Bäume gefällt werden, die Schreinerei ist ihren „Abfall“ los und man hat keinerlei Verpackung.

Tipp: Wenn ihr eine Schreinerei in eurer Nähe habt, einfach mal nachfragen, ob ihr die Späne bekommen könnt. Selbst wenn dort etwas dafür verlangt wird, ist es bestimmt günstiger als im Markt und noch dazu ganz verpackungsfrei!

 

Kaninchen-Heim

Cino lebt aktuell auf einer Fläche von ca. 2 m², abgegrenzt durch 11 Zaunteile eines Freigeheges in unserer kleinen Wohnung. Das Gestänge besteht aus verschweißten stabilen Metallgittern und ist auch schon über 10 Jahre in Benutzung. Es besitzt keine Kunststoffteile. Davon ist ohnehin abzuraten, da Kaninchen alles gerne anknabbern. Möglichst bald möchten wir ihm noch eine Partnerin dazuholen. Da die Fläche aber relativ klein ist und für zwei Kaninchen erst recht nicht reicht, soll das auch nur eine Kompromisslösung darstellen. Wir arbeiten an einer Lösung, sodass er bald nicht mehr alleine sein muss.

Bei einer Transportbox / Katzenbox solltet ihr auf möglichst wenige Kunststoffteile achten. Häufig kann man bei den Boxentüren auch aus Metall- und Kunststoffausführung wählen. Komplette tierfreundliche Transportboxen ohne Plastik habe ich leider noch nicht gesehen.

Julia von O-Müll

Ich, Jahrgang 1997, gelernte §§-Tante im Büro und stolzes Landei möchte die Welt endlich ein kleines bisschen besser machen... mit dem Ziel, Fußspuren nicht zu verwischen, sondern weniger zu hinterlassen.

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2 Antworten

  1. Ich sagt:

    Warum muss das Kaninchen alleine leben? 🙁

    • Das Kaninchen lebt leider mittlerweile nicht mehr. Alle meine Kaninchen durften aber bisher immer zu zweit leben. Es war so, dass die Partnerin meines Kaninchens Toffifee verstorben ist. Damit Toffi nicht alleine bleiben musste, haben wir ein junges Kaninchen „Cappuccino“ geholt und kastrieren lassen. Allerdings muss man nach einer Kastatrion immer ca. noch einen Monat warten, bis man die Kaninchen vergesellschaften darf. In dieser Zeit ist Toffi leider magekrank geworden und hat es nicht überlebt. Es kann natürlich auch sein, dass sie so traurig war und deshalb gestorben ist… das weiß ich leider nicht. Aber wir waren damals einfach nicht schnell genug mit dem Zusammenführen. Dann war eben Cappuccino wieder alleine. Und dann kam dazu, dass mein Freund und ich kurz darauf zusammengezogen sind, meine Eltern das Kaninchen nicht pflegen wollten, wir Cappuccino mitgenommen haben und in der neuen Wohnung das Kaninchen nur drinnen halten konnten. Frei herumlaufen haben wir probiert, aber war absolut nicht möglich, da Cappuccino jedes mal Tapeten anfrisst. Also konnten wir ihm nur 2-3 m² abgegrenzt im Schlafzimmer bieten. Und für zwei Kaninchen wäre das sehr eng. Und auch da Cappuccino so ein fröhliches Wesen war und wir den Eindruck hatten, dass er bei uns echt glücklich ist, haben wir ihn allein gehalten. Er ist dann gemeinsam mit uns Schlafen gegangen (neben unserem Bett) und mit uns aufgestanden und hat uns begrüßt, wenn wir nach Hause gekommen sind. In den Garten durfte er auch ab und zu in einen Freilauf. Leider ist er dann schon mit 1,5 Jahren an einem Haarball im Bauch gestorben.
      LG Julia

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